Auf der ganzen Welt werden jeden Sonntag zahlreiche Predigten gehalten. Was geschieht, oder sollte geschehen, während ein Prediger das Wort Gottes verkündet? Es gibt viele Arten von „Reden“, die als Predigt bezeichnet werden. In den besten Fällen ist die Bibel vorhanden; doch reicht ein Redner auf einer Kanzel, mit einer geöffneten Bibel nicht aus, um die notwendigen Bedingungen zu erfüllen. Obwohl viele Predigten mit einer Textstelle aus der Bibel beginnen, schweifen diese oft zum Ende hin von dem eigentlichen Sinn genannter Textstellen ab. Man kann mit der Bibel ebensoviel Schaden wie Heil anrichten.
In diesem Artikel möchte ich vorschlagen, dass „darlegende Predigten“ ein Standard zum Wohle der Gemeinden werden sollte. Um diese Behauptung zu begründen, möchte ich definieren was eine „darlegende Predigt“ ist. Sie ist ein Wechselspiel zwischen drei Hauptdomänen, welche ich im Folgenden theologisch auf den Grund gehen will.
Drei Blickfelder: In Richtung einer Definition der darlegenden Predigt.
John Stott schlug vor dass die Arbeit eines jeden Predigers sei, zwei Blickfelde zu vereinigen. Das, der Bibeltexte und das der Welt des Zuhörers. Dies ist der Grundstein der darlegenden Predigt. Die Arbeit eines Predigers beinhaltet zunächst die Exegese der Bibelstelle, dann auch die Arbeit diesen mit der gegenwärtigen Welt zu verbinden. Stott behauptet dass die „darlegende Predigt“ sich mit zwei Überzeugungen auszeichnet. (Der Bibeltext ist zugleich inspiriert und muss erklärt werden). Aus zwei Pflichten besteht (die Treue zum Text und die Empfindsamkeit zur Welt). Und zwei Erwartungen hat, (daß Gott sprechen wird und dass seine Leute antworten werden). (1)
Jedoch sind den zwei Blickfeldern Stotts ein drittes und genauso wichtiges hinzuzufügen- Die Kirche. Somit tut die darlegende Predigt nicht nur den Text mit der Welt vereinen, sondern den Text mit der Kirche und der Welt.(2) Die Arbeit des Predigers ist es die Zeitachse der biblischen Geschichte zu „bereisen“, dabei immer wieder das biblische Drama zwischen Gott und zu ihm im Bund stehenden Leuten, als wichtigstes Element zu erkennen. Die darlegende Predigt versucht die Botschaft des Evangeliums so gut wie möglich den Gläubigen und der restlichen Welt zuveranschaulichen.
Die drei Blickfelder,Text, Kirche und Welt sind während der darlegenden Predigt im Wechselspiel. Der Text sollte den haupsächliche Inhalt der darlegenden Predigt ausmachen. Dies verbietet es die Bibelstelle nur am Anfang zu erwähnen während der rest der Predigt aus persöhnlichen Meinung des Predigers besteht. Die Kirche gibt den Gläubigen einen Ort andem er das Wort Gottes hören kann und erinnert Prediger daran daß ihre Arbeit nicht darin besteht „Außenstehende“ anzulocken eher die Leute in der Kirche zu trösten und zu unterweisen.
Die Drei Blickfelder und die Predigt
Die darlegende Predigt bezieht ihren Inhalt aus der Bibelstelle. Dies ist so offensichtlich dass es leicht in Vergessenheit geraten kann. Doch ist das Folgende zu beachten. Erstens, nur die Bibel unterscheidet die Kanzel von einer Plattform für Volksredner. Die Bibel ist die Authorität die jeder Fürsprecher Gottes bei der Predigt braucht. Die darlegende Predigt ist zwar im Dialog mit Text, Kirche und Welt, doch für sie sind diese keine gleichwertigen „Gesprächspartner“.
Gott selbst spricht durch die Worte der Bibel und das Ziel der Predigt sollte die Begegnung mit Ihm sein. Aus diesem Grund, sind ein Bußetuender Gläubiger, eine getröstete Gemeinde, oder ein anbetender Bekehrter alle berechtigte Ziele der Predigt. Keine dieser Ziele sind erfüllbar ohne der Überzeugung daß was der Text besagt, die Worte Gottes selbst sind. Diese Überzeugung dient auch dem Zweck die Authorität der Bibel und die des Predigers zu unterscheiden. Das Vorherige ist theologisch berechtigt durch die Ontologie der Bibel , das Letztere geht gegen alle „darlegende Predigten“, indem sie die Botschaft mit dem Boten ersetzt.
Die darlegende Predigt muß sich mit der mannigfältigen Sammlung von Schriften mit unterschiedlichen Genren und vielerlei Homiletischen Herausforderungen auseinandersetzen. Die Bibelstelle garantiert dass darlegende Predigten aus den Klageliedern Jeremias anders sind als die Predigten aus den Römerbrief. Die Form der Bibelstelle bestimmt den Inhalt der Predigt. Eine gute Predigt setzt sich mit Fragen auseinander wie: Sollte eine erzählerische Bibelstelle eine erzählerisch gepredigt werden oder nicht? Wie kann man am besten Gedichte oder Klagelieder, Tragödien und Satiren darlegen? Der Text schränkt den Prediger ein, die Worte, die einst an einem Zeitpunkt der Heilsgeschichte auf einer besonderen Weiste gesprochen wurde zu wiederholen so daß man sie auf ein Neues wieder höhren, fühlen und darauf reagieren kann.
Zweitens ist die darlegende Predigt für die Kirche. Wir können falsch über unsere Kirche denken, und somit über das Predigen in der Kirche, wenn wir die Kirche an einem falschen Zeitpunkt in der Geschichte zuordnen. Lassen Sie mich bitte erklären. Viele Diskussionen über wie die Kirche aussehen sollte sind abhängig von dem Standpunkt der Kirche heute: von einer nachchristlichen, westlichen, postmoderenen, relativistischen, pluralistischen usw. Daraus folgt dass unser Verständniß über die Kirche von unserer Kultur beeinflußt wurde. Wir definieren die Kirche von uns aus und bestimmed ob sie „traditionell“, „seeker-sensitive“, „Emergent“ oder „post-konservativ“ usw. ist. Doch die Bibel geht von der Welt aus um die Kirche zu definieren. Ein Grossteil des NT sieht die Kirche als ein eschatalogisches Außenposten indem Gott alles was im Himmel so auf Erden ist vereint unter der obersten Leitung Jesu Christi (Eph. 1:10). Gott hat durch Christus die „Mauer“ zwischen Juden und Heiden zerstört und ist jetzt dabei seine mannigfältige Weisheit zu offenbaren indem er Juden und Heiden in der Kirche vereint. Dies ist ein Zeichen für die Authoritäten im Himmel daß Gott eines Tages das gesammte Kosmos vereinen wird (Eph. 3:10). Die Kirche ist die neue Menscheit Gottes, ein Beispiel der zukünftigen Schöpfung. Ein Zeugnis dass alles unter der ewigen Herrschaft des Königs Jesus Christus untergebracht wird.
Da die darliegende Predigt an Leute gerichtet ist, deren Dasein von der kommenden Welt bestimmt ist, importiert sie ständig Realitäten aus der nächsten Welt um Sinn aus dem Gegenwärtigen zu machen. Die Lehre über die Kirche garantiert dass die Predigt and die „auserwählten Fremdlinge“ (1 Pet. 1:1) gerrichtet ist und dass sie herausfordert „gerecht und fromm in dieser Welt zu leben und zu warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilands Jesus Christus.“ (Titus 2:12-13). Die Predigt für die Kirche gründet ihre ethischen Imperative in der eschatologischen Realität des kommenden Gerichts und des versprochenen Belohnung (2 Pet. 3:11-14). Sie interpretiert das Leid als eine Teilnahme an dem Seufzen der Schöpfung, welche auf ihre Erlösung wartet in der Hoffnung dass unsere Denn ich bin überzeugt, „dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll“ (Röm. 8:18-21). Dies bedeutet auch daß die Verkündigung des Evangeliums nicht nur ein „Ticket“ zum Himmel anbietet. Die Lehre der Kirche garantiert dass die darlegende Predigt eine ganz neuen Weg für den Menschen in seiner Beziehung zu Gott anbietet.
Die Schöpfungslehre ist auschlaggebend hier. Die Schöpfung verstärkt das dritte Blickfeld der Welt. Die von Gott geschaffene und gehörende Welt bietet die Strukturen der Denkweise, Sprache und Rationalität an, die notwendig sind um die göttliche Ansprache zu verstehen. In mancher Hinsicht stammt die darlegende Predigt aus der Welt. Francis Watson zeigt, dass die Kirche keine „in sich gekeherte, unabhängige Sphäre ist, da ihre Mitglieder den soziolinguistischen Raum der ihr ganzes Leben durchdringt niemals komplett entziehen können.“ Daraus folgt daß alle Ausdrücke des Glaubensartikel immer Teil des gegenwärtigen Mediums von Kommunikationsweisen sind. In der Tat, kann das Evangelium nur durch das Medium der Sprache kommuniziert werden.(3). Aus dieser Wahrheit folgt, dass die Schöpfungslehre erfordert die Bibel in alle Sprachen der Welt zu übersetzen. Sie erfordert auch dass die Sprache des Predigers in das einundzwanzigste Jahrhundert gehört und nicht in das Siebzehnte.
Wenn der Prediger die Welt theologisch angeht, so ermöglicht es ihm die Bibelstelle mit der Kultur zu verbinden. Einerseits kann er die Kultur als Gott gegeben und gut ansehen, und andererseits kann er die Welt in ihrer Rebellion und Distanzierung zu Gott ansprechen. Der Prediger sollte sich bemühen der Welt zuzuhören und die Bibelstellen mit ihrem Freud und Leid zu vereinen. Der Prediger sollte verstehen wie sich die Welt “fühlt”, “argumentiert, und denkt. Besonders welche Einwände sie gegen das Evangelium hervorbringt. Solch ein Zuhören kann dazu führen dass die Form der Predigt eine andere Gestalt annimmt. Z.b. viele in der Nach-Christlichen Kultur sind einem authoritären Prediger skeptisch eingestellt. Wenn man die Probleme des epistemischen Relativismus ernst nimmt so wäre es besser die Einzelnen Denkschritte mit der Gemeinde teilt bevor man zu einer Behauptung kommt. So wird nicht nur behauptet aber auch gezeigt wie man auf diese Behauptung gekommen ist. Dieser Gestalt der Predigt kann es Den Prediger ermöglichen nicht die Befürchtungen gegenüber Auhtoritären Gestalten zu vermeiden und die Zuhörer dazu einzuladen für sich selbst die Bibelstelle zu untersuchen. Eine solche darlegende Predigt unterlaubt es der Gemeinde passive und gedankenlos zu werden. Zu Leuten, die sich von Anderen erzählen lassen wie und was sie zu denken haben.
Diese Vorgehensweise sollte auch den Gebrauch von Illustrationen und Answendungen der Predigt regulieren. Sie sind keine überflüssigen Beiträge zu wichtigen Themen der Theologie. Eher, verliert die darlegende Predigt das Recht Anwendungen als nachträglichen Einfall zuzufügen. Sie ist allerdings auch keine Lizens die Predigt mit gegenwärtigen und neumodischen Ideen unserer Kultur aufzupeppen. Eine Anekdote bezüglich der Welt, die zeigt wie Gott und das Evangelium Sinn aus dieser Welt macht. Eine Gemeinde bemerkt sehr schnell ob ein Prediger in derselben Welt wie sie lebt.
Es gibt mindestens zwei Reaktionen gegenüber einem Prediger, der sich in der Welt nicht auskennt. Die Erste, zeigt sich darin dass die Gemeinde allmählich den Geist aufgibt, da sie das Evangelium nicht mit ihrem Lebensraum verbinden kann. Die Predigt wird sozusagen zu einer halbstündigen Reise in die ausserirdische, unverständliche Welt der Theologie. Die zweite Reaktion ist eine Art von Augeben. Da die Predigt zu weltentfremdet erscheint denken sich einige in der Gemeinde dass sie nur für eine klevere Elite von Geistlichen gedacht ist. In solchen Fällen, wird die Gemeinde nicht nur weltfremd sondern auch gelangweilt. Denn wenn Glaübige ihr gegenwärtiges materielles Dasein als ungeistlich bezeichnet, so verliert sie Ihre Hoffnung auf das Meterielle daß uns in der Zukunft erwartet.
Die Drei Blickfelder und der Prediger
Darlegende Predigten werden von Personen gestaltet und überliefert. Das Verhältnis zwischen den drei Blickfeldern spielt eine wichtige Rolle in der Predigt. Bei darlegende Predigten muß der Prediger eine Reihe von theologisch notwendigen Standpunkten gegenüber der Bibelstelle, der Kirche und der Welt vertreten.
Erstens, ist eine gute darelgende Predigt, eine die von einem demütigem und geduldigen Prediger stammt. Anthonz Thiselton hat gezeigt dass der “hermeneutische Kreis” wertvoll ist, um die Bedeutung der Bibelstelle herauszufinden. Thieseltons Begriff ist nicht so gut wie Grant Osbornes “hermeneutische Spirale”. (4). Wenn der Prediger die Bibelstelle liest bringt er gewisse Prämisse mit sich, die den Blickfeld der Stelle beeinflussen. Wie dem auch sei ist die Bibelstelle imstande diese persönlichen Prämisse des Predigers umzugestalten, so daß eine gründliche Unterusuchung der Bibelstelle sich der originalen Bedeutung immer mehr annähert. Fast so wie in einem Gespräch mit einem Freund.
Für den christlichen Prediger ist dies nicht nur eine hermeneutische sondern auch eine theologische und moralische Sache. Lukas 1:2 bezeichnet die ersten Augenzeugen Jesu Christi als “Diener des Wortes”. Die Einstellung ist demütig gegenüber etwas Größerem. Darlegende Predigten erfordern daß der Prediger es zulässt seine Einstellungen gegenüber der Bibelstelle von ihr konfrontieren zu lassen. Ähnlich stellt Paulus sein eigenes Kirchenamt, als eines, daß den geheimen Dingen, deren man sich schämen muß, entsagt hat. Und dass sie nicht in Arglist wandeln, noch verfälschen das Wort Gottes verfälschen (2 Kor. 4:2). Daraus folgt dass das verfälschen des Wort Gottes eine Möglichkeit ist. Der Prediger sollte dem bewusst sein und bevor er spricht gut zuhören.
Theologische Prinzipien wie diese müssen die Praxis auf tiefster Ebene beinflussen, sogar wie der Prediger seine Woche organisiert und prioritisiert. Immer wieder Zuhören braucht seine Zeit. Viel Zeit. Die bedeutet dass ein Prediger der seine Zeit zum vorbereiten der Predigt nicht behütet, am Sonntag eine Predigt vermitteln wird, die das Produkt von jemandem ist der redet bevor er zugehört hat. Das die Details ignoriert und vieles übersehen wird.
Zweitens erfordert die darlegende Predigt vom Prediger eine Reihe von Stellungnahmen gegenüber der Kirche zu nehme die sich auf die Textstelle begründet. Stott hat eine gute Gliederung einiger Pfarramtlicher Metaphern aufgewiesen. Es gibt zwei Beispiele, zum einen gibt es die domestische Metapher des “Verwalters” (1 Kor 4:1, Titus 1:7), mit Dingen anvertraut die zum Wohle anderer sind. Zum anderen gibt es die Familienmetapher des Vaters (1 Kor, 4:15), eine Verantwortungsrolle mit liebevoller Führung. (5) Im Zusammenhang des Kirchenamts welche andauernd das Volk Gottes anspricht, müssen die Einstellungen dieser Beziehungsmetaphern die Umgangsweise des Predigers diktieren. Die Predigt sollte niemals auf sich selbst fixiert sein noch zu überheblich. Eher vertrauens- und liebevoll. Auf diese Weise wird die pfarramtliche Praxis mit der öffentlichen Anrede verbunden sodaß der Prediger seine Arbeit nicht nur als eine Vermittlung einer Predigt versteht sondern darin anderen Mesnschen, mit Hinblick auf das Evangelium im christlichen Charakter zu wachsen.
Einer der imposantesten Predigten, die ich in den letzen Jahren zu hören bekam war vom 1 Thessalonikerbrief 2:17-3:13. In diser Stelle offenbart Paulus seine Zuwendung zu der Gemeinde, die er gestartet hatte. Somit ist Paulus ein gutes Beispiel für die Liebe zu anderen Gläubigen. Er tat sie immer an erster Stelle. Doch dies allein war nicht der Grund warum die Predigt so beeindruckend war. Der Prediger selbst wusste was es bedeutete sich nach anderen Gläubigen zu sehnen. Ohne die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, wurde das Leben des Predigers ein Zeugnis, für die Nachricht, da alle Zuhörenden wußten wie sehr sich der Prediger in Wirklichkeit bemühte sich um seine Gemeindemitglieder außerhalb der Kanzel zu kümmern. An dieser Stelle brach die Eschatologie, nicht nur durch die Lehre sonder das Leben des Predigers ein. (1 Thess. 3:13). Es ist traurig daß Viele den Gastsprecher der jede Woche wo anders predigt, mehr respektieren als den Prediger der an einer Stelle bleibt. Traurig für die Gemeinde dessen Pfarrer es mehr liebt auf der Konferenz zu predigen als daheim. (1 Thes. 3:19-20).
Der Prediger sollte auch imstande sein sich auf andere Umgangsweisen einstellen zu können. Derek Tidball erwähnt den Botschafter, Athlet, Bauer, Narr, Pilot, Abschaum und Hirte. (6) Solche Metaphern kommen aus den Beziehungen zu neuen Gläubigen und drückt die biblische Art des christlichen Wachstums und der Reife aus. Um ein letztes Beispiel zu nennen, die Vorschrift Peters in 1 Peter 5:2 zu den Älteren. “Hütet die Herde Gottes, die bei euch ist, nicht aus Zwang, sondern freiwillig, Gott gemäß, auch nicht aus schändlicher Gewinnsucht, sondern bereitwillig.“ Aus diesem Verse sehen wir dass die Herde nicht den Predigern gehört sondern Gott. So wurde sie ihnen anvertraut und sie haben auf die Gemeinde aufzupassen bis Christus wiederkehrt. Richard Baxter drückte diese Wahrheit aus wie folgt:
Oh so laßt uns die Argumente Christi erhöhren, wenn wir uns gleichgültig fühlen. “ Bin ich für diese Seelen gestorben? Solltest du nicht auf sie aufpassen? Wie kleinlich ist Deine Arbeit im Vergleich zu Meiner!”…Wenn wir unsere Gemeinden anschauen, laßt uns daran erinnern, daß sie mit dem Blute Christi erlöst wurde. Wir sollten sie deshalb immer mit tiefem Interesse und Zärtlichkeit ansehen. (7). Wie sieht ein tiefes Interesse und Zärtlichkeit aus? Weniger Zeit damit verbringen Frustrationen auszulassen, die sich von Gemeindemitgliedern anhäufen. Vielleicht weniger bloggen und Blogs von Leuten zu lesen, die wir niemals treffen um mehr Zeit mit den Gemeindemitgliedern zu verbringen.
Und auch ist es gut eine Reihe von Welteinstellungen zu besitzen, die aus der Bibelstelle herauskommen. Diese sind auch notwendig für die Darlegende Predigt. John Stott bietet erneut zwei Metaphern an. Die des Vorboten und des Zeugen. Paulus sagt daß wir Christus als gekreuzigt predigen sollen, und das Prediger als verboten von Gott benutzt werden um die Glaubenden zu erlösen (1 Kor. 1:21-23). Stott sagt, dort wo die Arbeit des Aufwärters darin liegt den Haushalt Gottes zu ernähren, so liegt die Arbeit des Vorboten darin, die gute Nachricht an die ganze Welt zu verkünden. (8). Wenn die darlegende Predigt zur Welt gebracht wird, indem sie die Sprache der Welt spricht, so distanziert sie sich auch von ihr. Diese Distanz ist nicht moralisch überheblich, sondern einfach notwendig. Der Prediger ist der Botschafter, der die Authorität des Senders besitzt.
Stott zeigt daß der Vorbote als Prediger weder die Welt anziehen soll ohne Nachricht, noch die Nachricht übermitteln soll ohne Anziehung. (9). Das Erste versucht die Gemeinde zu manipulieren, ohne sie mit dem Evangelium zu konfrontieren, (10) das Letztere ignoriert die Metapher des Predigers als Botschafter. “So sind wir nun Gesandte an Christi Statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für Christus: Laßt euch versöhnen mit Gott!“ (2 Kor 5:20). Es geht bei der Anziehung nicht darum Information zu übertragen, eher die Zuhörer zu einer Beziehung mit Gott zu bringen.
Schlussfolgerung
Ich möchte nicht den Eindruck erwecken daß die Theologie der darlegenden Predigt das letzte Wort gesprochen hat. Auch nicht dass praktische Punkte wie Stil oder Präsentation belanglos sind. Im Gegenteil, es ist möglich ein solides Verständniss über das Besprochene zu besitzen und gleichzeitig die Gemeinde nicht zu Tode zu langweilen. Wie auch immer, Ich habe versucht zu zeigen, daß das Blickfeld der Bibelstele, der Kirche und der Welt eine Überblick das Predigen bietet, selbst wenn sie nicht in alle Details eingeht. Sie gibt dem Prediger ein gutes Grundgerüst für eine gute Predigt. Sie nimmt die Sicht von sich selbst weg zu den Worten den Heiligen Gottes. Zu Menschen, die von Gott erlöst werden und zu einer Welt die Gott gehört. Diese Überzeugungen sind imstande, eine gute darlegende Predigt zu schaffen.
1 John Stott, The Contemporary Christian: An Urgent Plea for Double Listening (Leicester: IVP, 1992), 362, 512-15.
2 This vision of the theological (and hence homiletical) task is suggested by Francis Watson, Text, Church and World: Biblical Interpretation in Theological Perspective (Edinburgh: T&T Clark, 1994).
3 Watson, 9.
4 Anthony C. Thiselton, New Horizons in Hermeneutics: The Theory and Practice of Transforming Biblical Reading (London: Harper Collins, 1992), 221-36; Grant R. Osborne, The Hermeneutical Spiral: A Comprehensive Introduction to Biblical Interpretation (Downers Grove, IL: IVP, 1991).
5 John Stott, The Preacher’s Portrait (Leicester: IVP, 1961).
6 Derek J. Tidball, Builders and Fools: Leadership the Bible Way (Leicester: IVP, 1999).
7 Richard Baxter, The Reformed Pastor (The Banner of Truth Trust, 1974), 131-32.
8 Stott, The Preacher’s Portrait, 29.
9 Stott, The Preacher’s Portrait, 48-52.
10 Stott, The Preacher’s Portrait, 49.
Kultur ist einer dieser nervtötenden, paradoxen Konzepte die jeder versteht so lange man sie nicht definieren muss. Wenn das definieren beginnt, wird plötzlich das scheinbar Klare unklar. Kultur ist schwer zu weil es vielstimmig ist. Sie kennzeichnet und deutet Beziehungen zwischen scheinbar unverbundenen Dingen an. Wir wissen intuitiv was Kultur ist und leben jeden Moment innerhalb ihrer Grenzen, doch niemals sehen wir deutlich die Realität welche das Wort identifiziert. Anthropologen, die das Fach der Kultur prioritiseren, ringen immer noch mit diesem Konzept.


